Der Nymphomane

Gedanken über den Homo Phallus

Der Nymphomane ist die Geschichte eines fast jeden Mannes, ausgenommen Heilige und Eunuchen , die ihre Klöten noch nie unter Kontrolle hatten. Es ist die Geschichte von rasanter Zellteilung und hastiger Genitalverschmelzung, die Theorie von Dopamin und Testosteronausschüttung, angeregt durch die Sucht nach Vulva und (Mutter)-Brust. So stolz sind Männer auf ihren Schwengel, dass überall im Lande Monolithen, Wolkenkratzer und Pyramiden stehen. Doch die Erdspalte lacht nur, Mutter Erde hat sie alle kommen und gehen sehen.

Die Anziehungskraft der Erde auf Raketenteile ist zu vergleichen mit der einer feuchten Muschi auf den triebgesteuerten Homo Phallus, den Mann, der nichts mehr fürchtet, als dass die Glocken einmal länger als das Seil sein könnten und sich die Königskobra zum Tanz nicht mehr erheben kann. Deshalb steht er schon im Jugendalter mächtig unter Erfolgsdruck und benimmt sich mehr oder weniger wie ein Hochdruckstrahler in der Waschanlage.

Jede Frau ist ein potentieller Höhepunkt, ein Tagestraum und Erbträger, eine Fantasie, mit feuchtwarmen Eingängen und Kurven und nährenden Fleischbergen vorn und hinten. Die Haare zwischen den Beinen, sofern vorhanden, formen ein V für Victory, das Kriegsgeheul und den uralten Sieg über das männliche Geschlecht. Dieses, gewappnet mit Schwert und Morgenstern, verliert gegen die Scheide, das empfangene Prinzip, dass die Schärfe des Dolches zähmt und ihn schnell in sich erschlaffen lässt.

Frauen von hoher Liebeskunst pflegen den Samen ihrer männlichen Sklaven zu trinken, letztendlich nur um ihm die Illusion der Macht zu schenken, die sie, dank ihrer Helix und ihres überlegenen Genitals, über ihn innehat. Wegen des feuchten Traums zwischen eines Weibes Schenkeln, sind ganze Königreiche untergegangen.

Der Durchschnitts-Nymphomane denkt im Schnitt alle drei Minuten ans Pimpern. Alles inspiriert sein reptiloides Schwanzhirn. Vor allem alles Weibliche und alles was das Weibliche symbolisiert: Eine Quelle, die Orchidee, die Pflaume, die Birne, der Apfel, ja fast jede Frucht abseits der Banane, der Mond, die Venus, die Sanduhr, sanfte Hügel, tiefe Täler, Auspuffrohre, Wassertiefen, Felsenkrater, Lavahöhlen, jede Form von Urgestein, nicht zu vergessen Muschi, Arsch und Titten.

Wenn der Nymphomane schließlich seinem Trieb nachgeht und auf die Jagd geht, gestaltet sich das sehr unterschiedlich zwischen Mann und Frau: Sie wünscht sich ein ausgiebiges Vorgeplänkel und Vorspiel, mit Shopping, Abendessen, Kerzenlicht und ausgiebigen Liebesakt von mindestens drei Stunden Dauer, während er alles oberhalb von 11 Minuten, inklusive Shopping, als reine Zeitverschwendung ansieht. Ihm geht es vor allem darum, seinen Beutel zu entleeren und seinen genetischen Fortbestand in möglichst hoher Qualität zu sichern. Da er von Genetik keine Ahnung hat, bespringt er einfach alles was drei Löcher hat und aufrecht gehen kann. Da kann es auch schon mal passieren, dass er im Dunkeln versehentlich ein Kangaroo besteigt. Bei rein theoretischer Kompatibilität kommt dann halt nach ein paar Monaten ein Kangoomane raus. Dieses krankhaft notgeile Kangaroo, bevölkert bald ganz Australien.

Aber zurück zum Homo Sapiens: Wenn der Nymphomane seinen Schwengel in den heiligen Gral schiebt, fallen im Zentralrechner sämtliche Denkprozesse aus. Man muss sich dann die Rechenleistung des Hirns wie eine leere Garage vorstellen, in der ein hysterisches Würstchen auf und ab hüpft, bis es schließlich nach wenigen Minuten explodiert und an den Wänden kleben bleibt. Diese Explosion des Würstchens führt im Kopf zu einem direkten Ejakulationsbefehl an die gehorsamen Hoden, die ja meistens eh nur rumhängen und in der Regel, außer bei jungen Exemplaren, zu Erschlaffung des Glieds.

Das anschließende wohlige Feierabendgefühl, ist so herrlich und endlich von der Sucht nach weiblichen Fleisch befreit, legt sich der Nymphomane in aller Regel prompt schlafen, obwohl sie doch so gern noch kuscheln würde. Doch schon spätestens am nächsten Tag sind die Sinne wieder geschärft und die Sucht nach dem Weibe wieder erwacht.

Könnte es gelingen,
würd er gar jedes Weib bespringen.
Der Teufel lacht und spottet uns,
wie dumm wir sind und gar nicht weise,
kennt er doch gut das Lustprinzip,
gar viele davon singen,
denn schließlich sind das seine Teufelskreise.

Rogo Deville

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.