Der Deutsche. Sein Auto. Sein Sex.

Das Internet ist ja ein Medium, das auch informieren und bilden kann. Und so habe ich gestern eine Email mit hochinteressantem Anhang bekommen. Nämlich ein PDF mit dem Titel „Tolles Fahrwerk = guter Sex?“, herausgegeben von einer Fachzeitschrift für Urologen, die sich mit der Frage nach dem Zusammenhang von Automarke und Sexleben seiner Besitzer beschäftigt. So wird beispielsweise der Frage nachgegangen, ob Mercedesfahrer andere Sexpraktiken und –vorlieben haben als Mantafahrer. Oder ob Porschefahrer häufiger fremdgehen als Opelfahrer (was stimmt – hat man sich ja auch gedacht, oder?) Oder wie häufig Audifahrer masturbieren – im Vergleich zu Mercedes-Fahrern (die Letztgenannten tun es weniger).

Da es bisher noch keine „evidenzbasierte“ Studie zu diesen – doch sehr lebenswichtigen – Fragen gab, hat ein renommiertes Meinungsforschungsinstitut die ehren- und dankenswerte Aufgabe übernommen, rund 2.500 Probanden männlichen und weiblichen Geschlechts zwischen 20 und 50 zu interviewen und ist dabei zu sehr aufschlussreichen Ergebnissen gekommen. So haben die BMW-Fahrer häufiger Sex als Fordfahrer. Audifahrer wiederum gehen weniger fremd als die Fordfahrer. Die 69er Stellung wird von BMW-Fahrern sehr geschätzt, von Porschefahrern weniger.

Was bei den Antworten zu den bevorzugten Stellungen grundsätzlich betrifft, so ist auch interessant zu sehen, dass Frauen grundsätzlich andere Positionen bevorzugen als Männer – egal, was für eine Automarke sie fahren. Nur bei der bewährten Reiter- oder Missionarsstellung klaffen die Unterschiede nicht so weit auseinander. Bei der Löffelchen-Stellung allerdings schon. Frauen mögen sie, Männer weniger und BMW-Fahrer schon gar nicht. Aha!

Grundsätzlich gilt auch, dass Fahrer von Premium-Marken ein besseres Ansehen bezüglich Lebensstil und Charakter genießen, woraus messerscharf geschlossen wird, dass sie auch die besseren Liebhaber sind. Ob die These stimt, wurde nicht verifiziert.

Bei der Frage, ob man lieber ein Wochenende mit einem Traumpartner oder einem Traumwagen verbringen möchte, unterscheiden sich die Geister auffallend. Frauen treffen sich lieber mit Günther Jauch und lassen einen Mercedes SLR dafür in der Garage stehen. Genauso verhält es sich bei Porsche gegen Brad Pitt. Männer dagegen wählen den SLR und geben der Nachrichtensprecherin Anne Will einen Korb. Nur Heidi Klum schlägt das Auto: 59 % der männlichen Probanden würden sich lieber dem schönen Model widmen als mit einem Bentley in der Gegend herumfahren.

Französische Autos und die Liebe? Die Fahrer von Citroen, Renault und Peugeot gelten als kreativ und weltoffen. Auch beim Sex. Und die Italiener haben in Liebesdingen ja ebenfalls einen exponierten Ruf zu verteidigen. Besitzer italienischer Autos tun „es“ häufiger als beispielsweise Volvofahrer, wobei die Unterschiede nicht allzu gravierend sind.

Interessiert an einem One-Night-Stand? Schauen Sie sich nach Audifahrern um! Denn die Schweden-Auto-Besitzer sind diesbezüglich zurückhaltender.

Kleines Auto, große Libido. Smartfahrer sind in Liebesdingen sehr aktiv. Zu zweit, aber auch allein. Allerdings sind auch die VW-Fahrer überdurchschnittlich bei der Sache. Er läuft … und läuft … und läuft …

Nun überlege ich mir, was meine Auto-Riege über mich aussagt. Mein erstes Auto war ein klappriger Fiat 1100. Der stand mehr, als er fuhr. Er sprang nämlich nur sehr unwillig an. Vor allem bei kalten Temperaturen. Danach schaukelte ich über viele Jahre hinweg mit einer lieben alten Ente über die Straßen. Darauf folgte – und zwar bis heute – das Peugeot-Cabrio. Oh, da fällt mir auf, über Cabriofahrer wurde kein Wort verloren. Und das ist vielleicht gar nicht so schlecht. Ich denke, mein Sexualleben geht niemanden etwas an, und dass mir an der Ampel jemand viel sagend zuzwinkert, nur weil er diese ulkige Studie gelesen hat und glaubt, nun alles über meine erotischen Vorlieben zu wissen, darauf kann ich auch verzichten.
Florian Gärtner

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  1. Pingback: Was ein Auto über das sexuelle Verhalten seines Fahrers aussagt - Renate Blaes

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